Rund um die Welt mit “Polonez”

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Die ziemlich erfolgreiche Teilnahme an der Atlantik-Regatta hatte mich dazu motiviert, weiter zu segeln. Offensichtlich hat das Alleinsegeln bei mir keinen Schaden hinterlassen. Ich habe mich dazu entschieden, mit der Polonez nach Hause zurückzukehren – aber über Umwege rund um den Globus. Ich wählte die anspruchsvolle Strecke von Westen nach Osten, so dass ich über die Antarktis und die Region der Roaring Forties (Brüllender Vierziger) fahren würde. Dabei handelt es sich um ein Gebiet zwischen 40° und 50°südlicher Breite, in dem starke Winde wehen und die Masten alter Segelschiffe zerfetzen.

Im Bereich der Roaring Forties gibt es nur wenig Land, daher schlagen die Wellen auf offener See in unglaublicher Höhe. Um vom nördlichen Teil der Vereinigten Staaten so weit in den Süden zu gelangen, muss man zuerst die Richtung der Azoren und der Kapverdischen Inseln einschlagen. Danach segelt man einen weiteren Bogen in die andere Richtung, nach Brasilien und Argentinien. So ist einfach die Windlage auf den beiden Halbkugeln. Diese Strecke nach Kapstadt, die ich in einer Etappe zurücklegte, dauerte 60 Tage. Die zweite Etappe nach Australien dauerte 53 Tage, die dritte zu den Falklandinseln über Kap Hoorn dauerte 45 Tage. 75 Tage benötigte ich für die zweite Überquerung des Atlantiks nach Plymouth. Leichter gesagt als getan…

Die berühmten Roaring Forties haben tatsächlich ihre Kraft gezeigt. Ich habe Sturmwinde erlebt, die ihre Richtung plötzlich änderten. Die wütenden Wellen nahmen außergewöhnliche Formen an. Einmal habe ich gesehen, dass die Wassermassen eine umgekehrte Pyramide (mit der Spitze nach unten) formten. Die Jacht sank in monströse Wellentäler, die riesigen dunklen Löchern ähnelten. Schließlich haben die Wellen auf dem Indischen Ozean das Boot umgekippt. Dabei ging die Steuerungsanlage kaputt und eine der Masten wurde gebogen. Im australischen Hobart versuchte ich, die Jacht zu reparieren. Gleichzeitig fragte ich mich, ob ich  weiterhin so eine Risiko auf mich nehmen will und die Reise fortsetzen soll.

Heute bin ich froh, dass ich mich damals nicht überreden ließ, mein Vorhaben aufzugeben. Das Kap Horn konnte ich bei relativ gutem Wetter umkreisen und mein Name wurde auf der exklusiven Liste von Alleinseglern z_kapsztadu_001eingetragen, die die Erde in der Region der Roaring Forties umsegelten. Damals im Jahre 1973 standen auf dieser Liste nur acht Namen: Vito Dumas, ein Argentinier, der diese Leistung in den 1940ern vollbrachte, in den 1960er Jahren kamen noch sechs Engländer (Francis Chichester, Alec Rose, Robin Knox-Johnston, Nigel Tetley, Chay Blyth, Bill King) und ein Franzose, Bernard Moitessier, dazu.

Bill King hat seine Seereise ebenfalls in Plymouth abgeschlossen – knapp zwei Tage vor mir. Die Briten haben mich in Plymouth genauso herzlich wie ihren Landsmann aufgenommen. Meine Erlebnisse kann man in den Büchern „Polonezem dookoła świata” („Mit der Polonez rund um die Welt”) und ”Droga na Horn” („Auf dem Weg nach Kap Horn“) nachlesen sowie im Album „Polonez“ ansehen.

Z naszej galerii

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